Man kann einfach sagen, was man will: Ich gehöre definitiv nicht zu den Menschen, die nicht stillsitzen können, immer aktiv sein müssen und von einem ursprünglichen Bewegungstrieb, der noch aus der Zeit der Mammutjagd stammt, zu immer neuen Höchstleistungen angespornt werden. Ich bin vollkommen zufrieden, wenn ich gemütlich auf dem Balkon in der Sonne sitzen, schmökern und ein Käffchen trinken kann. Meine sportlichen Aktivitäten muss ich mir gegen mich selbst hart erkämpfen, und auch wenn ich mitten drin bin, schwebe ich nicht gerade leicht wie eine Feder durch die Landschaft. So wie heute - aber die Hauptsache ist, dass ich den Kampf gegen mich selbst endlich wieder gewonnen habe.
Seit einiger Zeit weiß ich, dass ich Laktoseintoleranz habe. Ich war mir nicht schlüssig, ob ich froh sein sollte, weil ich endlich wusste, was mit mir los war, oder ob ich weinen sollte, weil die Arzthelferin zu mir sagte: “Wir können den Test hier abbrechen, so hohe Werte haben wir selten.” Trommelwirbel, Tusch, Gong: Sie haben den Hauptgewinn gezogen! Na ja, inzwischen habe ich gelernt, dass man mit LI (so die lässige Insider-Abkürzung in der Szene der Lebens- und Nahrungsmittelunverträglichkeiten) ganz gut leben kann und dass man a) weiß Gott nicht allein damit und b) erst recht kein Mutant ist. Man fragt sich allerdings, wie und warum unser Essen so mutiert ist…
Der guten Rihanna mit ihrer metallisch scheppernden Stimme kann man in unserer Welt ja seit Monaten kaum entgehen. Schuld war der Umbrella ella ella ah ah yeah. Mir geht die Dame eben wegen ihrer auffälligen Stimme ziemlich auf die Nerven, aber sei’s drum. Ich muss sie nicht mögen und sie muss nicht jedem gefallen. Was mir hingegen sehr gefällt, ist diese unglaublich gelungene Coverversion ihres Liedes Please don’t stop the music (ich weiß nicht mal, ob das so etwas wie ein Hit war). Dazu muss man zunächst wissen, dass ich keine erklärte Freundin der Coverversion per se bin. Die Coverversion an sich finde ich häufig komplett überflüssig (kein added value auf Business-Denglisch). Aber manchmal gibt es Perlen, die aus dem Original noch mehr herausholen und es in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Das ist dann ein Gewinn und eine echte Bereicherung. So auch diese Version von Please don’t stop the music, dessen Originalversion von Rihanna bestenfalls als Kirmestechno durchgeht:
P. S.: Okay, ich bin voreingenommen. Der junge Mann an der Leadgitarre (der mit dem Hut, haha; nee, ohne Spaß, der auf dem Barhocker) ist mein Bruder. Achtung, family content!
Für möglich gehalten hätte ich es zwar nicht, aber es ist mir tatsächlich gelungen, einem echten Infekt aus dem Weg zu gehen. Ein Programm aus Meditonsin, Echinacea-Globuli, morgend- und abendlichen Nasenduschen, frühen Schlafenszeiten, Schonung und Erkältungsbädern hat Schlimmeres verhindert, so dass ich nur drei Tage lang leichtes Kratzen im Hals, leichtes Kitzeln in der Nase und brennende Augen hatte. Nachdem ich am Samstag einen längeren Spaziergang leichten Fußes sowie ohne Schweißausbrüche und Schwächeanfälle hinter mich gebracht hatte, wollte ich gestern wieder durchstarten. Allerdings wurde dann aus meinen Laufplänen eine Wanderung, aber hey: Es ist Frühling und ich lebe ja nicht allein auf dieser Welt.
Tja… Nach dem anstrengenden, aber Stolz und Hoffnung weckenden Tempotraining vor zwei Tagen sah ich mich schon vor meinem geistigen Auge durch die Landschaft düsen und im Idealfall einen ersten kleinen Trainingseffekt genießend. Fakt ist, dass ich frisch einem Erkältungsbad entstiegen bin und schon vor zehn Uhr abends im Bett liege. Mich hat es leider erwischt - wie immer, wenn die ersten schönen Tage angekündigt sind und wenn ich gerade sportlich wieder gut dabei bin. Natürlich ist es auch nicht nur ein Kinderschnupfen, sondern gleich wieder Hals und Nase, ist ja klar. Ich könnte wirklich heulen vor Wut, vor allem, weil ich fast befürchte, dass ich diesen Infekt selbst verschuldet habe, als ich nämlich vorgestern in meinen nassgeschwitzten Sportklamotten erst mal bloggen musste, ich dusselige Kuh. Nach einigem Abwägen habe ich mich heute dagegen entschieden, auch nur locker umher zu traben, denn es ging ein kühler Wind. Ich hoffe, dass ich aus der Nummer noch heraus komme und die Nasenduschen, regelmäßige Meditonsin-Einnahme, Erkältungsbad und frühes Zubettgehen den Kelch noch mal haarscharf an mir vorüber gehen lassen. Ich kann das jetzt wirklich nicht brauchen, verdammt noch mal! Also, wenn hinter diesem Boykott auch ein Schweinehund stehen sollte, dann ziehe ich wirklich den Hut vor diesen Viechern angesichts solch perfider Hinterhältigkeit
Meine Fresse, dass es nicht leicht werden würde, habe ich ja immer gewusst, aber dass man sich Geschwindigkeit so dermaßen hart erarbeiten muss… Ich bin geschafft, liebe Leser. Heute ging es ans Eingemachte: Intervalltraining zum Zwecke der Temposteigerung. Doch bevor ich überhaupt loslegen konnte, musste ich nach 20 Metern gleich wieder umkehren, weil mich ein menschliches Bedürfnis überkam. Mit was man sich alles auseinander setzen mus…