Dezember 20, 2008
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Gestern in der hiesigen Niederlassung einer großen deutschen Kaufhauskette: Während ich ein potenzielles Weihnachtsgeschenk für meine Eltern begutachte, fragt ein paar Meter weiter eine Kundin eine Verkäuferin, wo sie Wärmedecken findet. Die Verkäuferin im selbstverständlichsten Ton der Welt: “Sie meinen Heizdecken? Ja, die sind vorne bei den Kühlschränken.” Ich schaue zu den Beiden rüber, die Kundin setzt sich in meine Richtung in Bewegung und unsere Blicke treffen sich. Wir brechen beide in schallendes Gelächter aus. Ist das jetzt logisch oder paradox, dass sich die Heizdecken bei den Kühlschränken befinden? Schließlich hält sich ja auch hartnäckig die Legende, dass Eskimos Kühlschränke kaufen, um ihre Lebensmittel vor der arktischen (oder kanadischen oder alaskischen oder sibirischen…) Kälte zu schützen. Ich weiß bis heute nicht, ob da was dran ist. Nach der Heizdeckenerfahrung von gestern neige ich dazu, dem Ganzen Glauben zu schenken.
Dezember 16, 2008
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An Tag 6 meines im wahrsten Sinne des Wortes umwerfenden Siechtums mit Namen grippaler Infekt schleppte ich mich nachmittags zu meinem local Arznei-Dealer, um die vom Medicus angepriesenen Hustentropfen abzuholen. Die Apotheke befindet sich in einem Eckhaus und just an der Ecke standen ein Mann und eine Frau und plauderten miteinander, wie Menschen nun einmal plaudern, wenn sie einander nachmittags in der Vorweihnachtszeit auf dem Bürgersteig eines beschaulichen Wohlstandsviertels in einer gemütlich-gemächlichen deutschen Stadt begegnen. Als ich die beiden umrumdete, um zur Eingangstür zu gelangen, beendete die Frau gerade einen Satz mit dem Wort “Nudisten”. Dialektale Antwort ihres Gegenübers: “Noi, des mein ich net! Wo se so bumsen un alles durchenanner…” Sie: “Ach so, so e Swingerclub.” Lautlos schlossen sich die automatischen Gleittüren hinter mir, Stille und die unverwechselbaren Gerüche der Apotheke umfingen mich. Ja so ein Mist! Vollständig lesen »
November 30, 2008
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Bei einer gemütlichen Tasse Kaffee heute morgen im Bett las ich in der Ausgabe “Intelligenter Leben” der Reihe P. M. Perspektive (empfehlenswerte Publikation!) den Beitrag “Die Wohnung entrümpeln heißt die Seele entrümpeln”. Das haben wir ja alle schon mal gehört, und man muss kein Anhänger der Feng-Shui-Lehre sein, um die befreiende, ja kathartische Wirkung einer Aufräumaktion zu erleben. Da ich im Grunde ein ordenlicher Mensch bin, sind bei mir nie besonders erwähnenswerte Schandflecken des Durcheinanders entstanden. Weder neige ich dazu, überall Haufen und Türme zu bauen, noch schaffe ich Paralleluniversen in meiner Handtasche. Schon als Kind konnte ich Kleidungsstücke so ordentlich falten wie eine Benetton-Verkäuferin nur mit Hilfe dieser komischen Platten, und meine Bücher standen akkurat nach Größe sortiert wie die Orgelpfeifen im Regal - sehr zum Leidwesen meines Bruders, der das genaue Gegenteil war und wegen seiner Unordnung ständig mit meiner Mutter im Clinch lag. Vollständig lesen »
November 23, 2008
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Und zwar der inneren. Wie viele man davon wohl so in sich beherbergen kann? Ab welcher Menge wird’s den Jungs da drinnen zu eng, so dass sich mal einer vor lauter Platzangst verabschiedet und sagt „Ciao bella, war nett mit Dir. Aber hier ist einfach zu viel Betrieb. Ich halte jetzt jemand anderen vom Joggen ab, jemanden, der mich etwas exklusiver betreut als Du. Ach ja, und wo ich gerade dabei bin, reiche ich noch Klage beim Europäischen Gerichtshof ein. Diese Massenschweinehundhaltung verstößt nämlich gegen die Tierschutzrichtlinien der Genfer Konventionen.“ Na denn tschüss… Vollständig lesen »
April 3, 2008
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Mit Rosa und Pink ist das ja so eine Sache. Seit irgendjemand mal beschlossen hat, dass man Babys schon mal grob unterscheiden kann, indem man sie geschlechterspezifisch in rosé und bleu kleidet, ist die Farbe Rosa ziemlich eindimensional besetzt. Jahrelang habe ich sie und ihre kräftigere Schwester Pink gemieden wie der Teufel das Weihwasser, denn die beiden waren für mich gleichbedeutend mit künstlichen Fingernägeln, auftoupierter Dauerwelle und Kaugummiblasen, kurz Tussitum (pink), beziehungsweise Perlenketten, goldenen Ohrringen und Barbourjacken, kurz hanseatischer Konservativismus (rosa). Für mich beides keine erstrebenswerten Zustände. Vollständig lesen »
Februar 19, 2008
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Politiker jeder Couleur sind sich endlich einmal einig. Steuersünder, allen voran Klaus Zumwinkel, sind des Teufels: unverantwortlich, moralisch verwerflich, allesamt Verbrecher. Und das, wo doch gerade die Topmanager, Stars und sonstige Besserverdiener eine Vorbildfunktion haben sollten! Quel scandale! Solche Leute gehören dieser, unserer wunderbaren Solidargesellschaft verstoßen wie in anderen Ländern die Leprakranken. Vollständig lesen »