Stimmungstief
Die gute Nachricht ist, dass ich jetzt definitiv weiß, dass mein Fahrradtacho nicht in Ordnung ist. Auf unserer gestrigen Radtour hat er 20 Kilometer und ein paar Zerquetschte gemessen, während wir laut Tacho 1 und GPS knapp 30 gefahren sind. Das heißt, die damals von mir vermessene Laufstrecke ist auf jeden Fall länger.
Die schlechte Nachricht ist, dass mir am Samstag etwas passiert ist, das das wenige Vertrauen in mein sportliches Können in seinen Grundfesten erschüttert hat. Die letzten Reste Hoffnung auf ein Gelingen beim Lauf am 3. Mai haben sich innerhalb einer Stunde in Rauch aufgelöst.
Es ist mir zu privat, hier in epischer Breite darzulegen, was am Samstag los war. Außerdem deprimiert mich das erneute gedankliche Durchleben nur noch mehr. Das Ergebnis ist, dass ich meinen Startplatz vermutlich an jemand anderen abtreten werde. Der Gedanke an die Teilnahme löst in mir nichts anderes mehr als ungute, mulmige Gefühle aus, und das braucht wirklich kein Mensch als Freizeitinhalt.
Um nicht in die totale Schwarzseherei zu verfallen, habe ich versucht, auch etwas Positives zu entdecken, und das ist mir gelungen. Das Gute ist, dass die Anmeldung zu diesem Lauf ihren ursprünglichen Zweck erfüllt hat: Ich habe den Winter über einigermaßen regelmäßig trainiert, diversen inneren Schweinehunden die Stirn geboten und seit Mitte Januar knapp 6 Kilo abgenommen. Wenn ich jetzt nicht antrete, bedeutet das nicht, dass ich mich wieder auf die faule Haut lege, sondern ich bleibe bei meinem Plan, im Juli beim Frankfurter Frauenlauf über 8 Kilometer anzutreten. Da bin ich zuversichtlich, weil ich davon überzeugt bin, dass ich das schaffe. Um bis dahin deutlich spürbare Fortschritte zu machen, werde ich das Ganze allerdings gezielter angehen und mir professionelle Beratung (Leistungstest, Trainingsplan…) holen und wohl auch meine gesammelte Laufliteratur noch einmal lesen, als wäre es das erste Mal. Je nachdem, wie Frankfurt dann läuft, sehen wir weiter: Entweder wird das dann die Initialzündung für weitere Heldentaten oder ich hänge den Pulsmesser an den Nagel und laufe nur noch aus Spaß an Freud, zur Figurerhaltung und zum Abschalten vom Job durch die Natur - ganz ohne Ziele und Wettkampfdruck. Deshalb folgt trotz der trüben Stimmung hier die
Bilanz Samstag, 11. April 2009 (Einheit Nr. 25):
- Trainingsdauer: 65 min, 17 sec
- 35 min Joggen mit drei bis vier Gehpausen
- 30 min Walking
- durchschnittlicher Puls: 147 (aber nur wegen des Walkens, sonst läge er deutlich höher)
- maximaler Puls: 171
- verbrauchte Kalorien: 628