Fix und fertig

Meine Fresse, dass es nicht leicht werden würde, habe ich ja immer gewusst, aber dass man sich Geschwindigkeit so dermaßen hart erarbeiten muss… Ich bin geschafft, liebe Leser. Heute ging es ans Eingemachte: Intervalltraining zum Zwecke der Temposteigerung. Doch bevor ich überhaupt loslegen konnte, musste ich nach 20 Metern gleich wieder umkehren, weil mich ein menschliches Bedürfnis überkam. Mit was man sich alles auseinander setzen mus…

Nach einem erfolgreichen Besuch in der Keramikabteilung des eigenen Heims folgte also der zweite Start. Mein Plan sah vor, mich aufzuwärmen und dann eine halbe Stunde lang immer im Wechsel je eine Minute zu sprinten und eine Minute zu gehen. Gesagt, getan. Allerdings habe ich schnell abgebaut. Schon nach dem vierten Sprint wurde mir leicht übel, und ab dem fünften war ich nur noch zu rasselnder Stoßatmung  in der Lage. Von wegen “über mehrere Schritte ruhig ein- und ausatmen”… Noch bevor 20 Minuten vorbei waren, dachte ich, dass ich es nicht schaffen würde, aber irgendwie habe ich den Rhythmus gehalten. Um auch die letzten fünf Sprints noch hinzubekommen, habe ich davor sicherheitshalber eine zweiminütige Gehpause eingelegt. Diese letzten fünf habe ich bestimmt nicht mehr so schnell hinbekommen wie die ersten, aber geschenkt.

Als ich anschließend locker-flockig nach Hause traben wollte, musste ich unwillkürlich an dieses Mafiosi-Filmklischee von den in Beton gegossenen Füßen denken. So ungefähr fühlte es sich an und der Atem rasselte wie rostige Ketten. Als ich zu Hause ankam, war mein Gesicht so rot wie ein Pavianhintern und selbst sofortiges Duschen war mir zu anstrengend. Habe mich lieber erst einmal mit einer Flasche Wasser am Laptop niedergelassen, um noch in den schwitzigen Sportklamotten steckend diesen Eintrag zu schreiben. Wenn das mal kein Live-Eindruck ist, liebe Leser!

Bilanz Montag, 30.03.2009 (Einheit Nr. 22):

  • Trainingsdauer gesamt: 58  min
  • 10 min lockeres Aufwärmen
  • 11 Sprints von je 1 min, im Wechsel mit je 1 min Gehen
  • 2 min Gehen
  • 5 Sprints von je 1 min, im Wechsel mit je 1 min Gehen
  • 2 min Gehen
  • 10 min lockeres Joggen gen Heimat
  • 3 min Gehen
  • durschnittliche Herzfrequenz: 158
  • maximale Herzfrequenz: 177
  • verbrauchte Kalorien: 636

Da es dank der Uhrenumstellung jetzt abends wieder länger hell ist, gibt es ab sofort wohl auch keine Entschuldigung mehr für feierabendliches Nichtstun. Ich peile den Mittwoch für das nächste Training an.

P. S.: Die Pulsuhr habe ich inzwischen übrigens voll im Griff. Sie macht nur noch das, was ich will!

  del.icio.us this!

2 Responses so far »

  1. 1

    nimrouz said,

    März 31, 2009 @ 1:10

    Urgghhh. Schluck. Ich bin immer immer wieder beeindruckt, jeden Tag neu, wie sich jemand dieses Leiden antut. Mein ehrliches Interesse gilt der wahren Motivation. Die sich hier sicher nicht klären lässt (und auch nicht klären lassen soll). Was treibt jeden Tag raus? Der Wahnsinn…. Und grad deshalb: Glückwunsch. Auch den Jakobsweg kann man von außen nicht nachvollziehen. Trotz Schmerzen überall und Blasen an dern Füßen zieht es. Jeden Tag. Ist das inzwischen auch so? Wenn ja, wie kam es? Und wenn nein - gibt es etwas was ziehen könnte? Hinter dem Ziel?

  2. 2

    nigri said,

    März 31, 2009 @ 12:55

    Ich selbst bin auch beeindruckt und erkenne mich nicht wieder. Es ist aber nicht so, dass inzwischen alles ganz automatisch laufen würde. Die Motivation ist jedes Mal auf’s Neue ein Kampf mit mir selbst. Was aber zieht, ist der Gedanke, es dieses Mal schaffen zu wollen, nicht wieder auf- und klein beizugeben, hinzuschmeißen und eine weitere Kerbe in die Liste meiner unvollendeten Werke machen zu müssen. Ich habe hier ja mal über meine fehlende Zuversicht, mangelnden Mut und Ehrgeiz lamentiert. Wenn ich mir nicht selbst Erfolgserlebnisse verschaffe, dürfte dieser Zustand vermutlich nicht besser werden. Oder?

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