Bergfest, neuer Rekord und Tag der Wahrheit

Das sind ja gleich 3 Dinge auf einmal! So sieht’s aus, liebe Leser. Auf die ersten beiden bin ich stolz, über Teil drei des Titels möchte ich lieber nicht reden, tue es aber später dennoch. Bergfest feiere ich heute, weil ich Einheit 11 absolviert habe. 11 von 21 Wiederholungen, die nötig sind, um eine eingeführte Veränderung nachhaltig in seinem Leben zu verankern (egal, ob es dafür einen wissenschaftlichen Hintergrund gibt oder die Zahl frei erfunden ist - ich finde es super, so einen Fixpunkt zu haben). Und um das Fest gebührend zu feiern, lief es beziehungsweise ich heute wie am Schnürchen:

Trotz des unglaublich miesen Wetters (zumindest hat es nicht geregnet, das ist die Hauptsache) machte ich mich auf, die Gedanken fest auf Kondition und Grundlagenausdauer gerichtet. Irgendeine höhere Macht hat sich meiner erbarmt und mir die Belohnung für die letzten beiden Trainings (irgendwie zögere ich noch, ein Wort, das so sehr nach professioneller Leistungsoptimierung klingt, zu verwenden…), die eher schwierig waren, zukommen zu lassen. Zum ersten Mal seit langem habe ich mich nicht bei jedem Auftreten wie ein voll beladener Überseecontainer gefühlt, sondern wunderbar locker und leicht; der Atem war ruhig und der Puls bewegte sich in für meine Verhältnisse  gemäßigten Zonen.  Derart ermutigt beschloss ich, heute einen neuen Rekord aufzustellen und peilte eineinhalb Stunden an, die ich auch geschafft habe! Das ist nicht das erste Mal, aber das letzte Mal ist verdammt lange her.

Stolz auf meinen Erfolg, traf ich eine weitere Entscheidung: Nach meinem Lauf zog ich kurz eine warme Jacke über, schnappte mir mein Fahrrad, stellte den Tacho auf null und fuhr die gesamte Strecke exakt so nach, wie ich sie gelaufen war. Ich wollte endlich wissen, wie viele Kilometer ich zurückgelegt hatte. Denn ein gutes Gefühl zu haben, weil man wieder was tut, ist eine Sache, aber den Tatsachen über die aktuelle Form ins Auge zu sehen, eine ganz andere. Pünktlich zum Rad-Start fing es an, fein zu nieseln - ich hätte ahnen müssen, dass das kein gutes Omen sein konnte…  Was soll ich sagen? Ich bin erschüttert! Ich weiß ja, dass ich eine lahme Ente bin, daraus habe ich nie ein Hehl gemacht, aber dass es so schlimm ist, hätte ich mir dann doch nicht albträumen lassen. Mit 6 Kilometern hatte ich gerechnet, heimlich auf etwas mehr gehofft, aber es waren nur knapp 5!!!!!!! Wenn ich das auf die 10,9 Kilometer des Weltkulturerbelaufs hochrechne, werde ich dafür über 3 Stunden brauchen - in der Zeit schaffen Top-Athleten einen ganzen Marathon und Breitensportler einen halben! Eigentlich war ich mir ja sicher gewesen, dass ich die 10,9 schaffen kann, aber jetzt bin ich es nicht mehr, denn ich bezweifle, dass ich in meiner aktuellen Verfassung selbst dieses niedrige Tempo über 3 Stunden lang durchhalten könnte… Also schneller werden - aber Tempo war noch nie meine Stärke. Schluck, da habe ich mir ja heute was eingebrockt :-(

Bilanz Sonntag, 22.02.2009 (Einheit Nr. 11):

  • 10 min Walken zum Aufwärmen
  • 80 min Joggen
  • 5 min Auslaufen
  • durchschnittliche Pulfrequenz: 152
  • Streckenlänge: 4,99 km (schnief, und zwar wirklich von der Haustür bis zurück zur Haustür)
  • Und zur Aufheiterung der Lieblingswert: 863 verbrauchte Kalorien (von viel kommt viel!)
  del.icio.us this!

4 Responses so far »

  1. 1

    nimrouz said,

    Februar 22, 2009 @ 18:48

    Du hast da echt gerissene Viecher mit deinen Schweinehunden…. Die kramen alle Psychotricks raus - herrlich! Jetzt ist es der Vergleich mit dem Weltrekord. Sie müssen eine professionelle Schweinehundausbildung mit anschließenden unterschiedlichen und hochkarätigen Praktika absolviert haben. Und lassen sich nicht einfach wegsperren und zum Nichtstun verdammen. Mitnichten! Hochachtung für diese Hartnäckigkeit!
    Meine Schweinehunde haben mich immer vom Akkordeonspielen abgehalten: Du wirst nie so spielen wie…! Schau nur, wie perfekt er die Finger über das Instrument gleiten lässt… hör diese wilden Tonreihen, diese perfekten Klänge… DER Mann hat Talent. Aber du? Bilde dir nicht ein, dass du das auch kannst. Du wirst nie so spielen, brauchst dich gar nicht erst anzustrengen…
    Das können deine Schweinehunde offenbar auch sehr gut. Alle Achtung, Hut ab, gut gemacht, guys! Bitte sei so gut, richte ihnen das aus. Dir wünsche ich S P A S S und F R E U D E beim Weitermachen!

  2. 2

    nimrouz said,

    Februar 22, 2009 @ 18:49

    Noch ein Link, den habe ich vergessen:
    http://www.die-mutmacherin.de/2009/02/wer-vergleicht/
    LG :-)

  3. 3

    nigri said,

    Februar 22, 2009 @ 20:02

    Ja nee, halt, halt, halt! So war das nicht gemeint. Ich will mich doch nicht mit Spitzensportlern vergleichen (lassen), da könnte ich ja gleich einpacken. Die Erwähnung derselben diente einzig dem Zweck, Menschen, die mit dem Laufen nichts am Hut haben, eine Orientierung zu geben. Wichtiger ist halt der letzte Teil, nämlich dass ich mit meinem aktuellen Tempo über 3 Stunden unterwegs wäre - und dafür reicht die Kondition und auch die Muskelkraft auf keinen Fall. Noch nicht. Aber ich habe ja noch 2 Monate.
    Außerdem bezweifle ich inzwischen, dass die 4,99 km stimmen. Zum einen hat mich mal mein Lieblingsmitbewohner bei einer kürzeren Runde auf dem Rad begleitet und damals knapp 6 km gemessen. Hinzu kommt, dass ich mal an einem 5-km-Lauf in Frankfurt teilgenommen habe. Damals habe ich 44 Minuten gebraucht, offiziell von der Rennleitung gemessen - und trainiert war ich da auch nicht. UND: Ich habe meinem Lieblingsmitbewohner meine Runde genau beschrieben. Er sagt auch, es müssen mehr als 5 km gewesen sein, und als Radfahrer und Technikfreak muss er’s wissen. Wir prüfen das mal mit dem GPS-Gerät nach, wär doch gelacht. Das kommt davon, wenn man als vermeintlich moderner Mensch immer alles genau wissen und messen will…

  4. 4

    nimrouz said,

    Februar 22, 2009 @ 20:07

    Pssst… hinter hervorgehaltener Hand: Es hat funktioniert!!!! nimrouz freut sich diebisch ;-)

Comment RSS · TrackBack URI

Say your words