Tapfer durchgebissen
Puh, heute war es aber schwierig… Nachdem ich mich gestern bei hausfraulichen Pflichten total verzettelt hatte, so dass es vor dem Kinobesuch nicht mehr zum Laufen reichte, bin ich heute wieder los. Ich habe den Eindruck, dass der oft beschworene menschliche Bewegungsdrang bei mir nicht besonders ausgeprägt ist. Sobald ich mal eine etwas längere Laufpause mache, schlägt bei mir gleich der Drang zum Nichtstun durch. Lauflust hatte ich heute dennoch, aber die Sportgötter meinten es nicht gut mit mir - ich musste echt beißen.
Obwohl ich in einem Pulsbereich gelaufen bin, der beinahe genau dem vom letzten Mal entsprach, war ich heute ziemlich atemlos. Da war es mir gerade recht, dass ich immer mal wieder ein paar Schritte gehen musste, weil der Boden stellenweise sehr glitschig war von Eis oder Matsch. Zwei Mal musste ich wirklich gehen, weil ich gejapst habe wie ein junger Hund und obendrein Seitenstechen bekam. Bei den beiden Gelegenheiten hat es auch länger als sonst gedauert, bis der Puls wieder nach unten ging. Das ist das Merkwürdige beim Laufen (oder beim Ausdauersport allgemein?): Wenn es beim letzten Mal gut lief, ist das kein Garant dafür, dass die nächste Einheit auch gut wird.
Außerdem ist meine Glückssträhne in Sachen Bekleidung abgerissen. Das Wetter, speziell die Wintersonne, habe ich heute ordentlich unterschätzt und war viel zu warm angezogen. Ich kann es überhaupt nicht leiden, im eigenen Saft zu schmoren, aber was soll man machen? Bei den Temperaturen kann man schließlich nicht irgendwann die Jacke ausziehen und nur im nassgeschwitzten Shirt weiterlaufen. Am Ende habe ich die Feuchtigkeit aber nicht mehr wahrgenommen und musste sogar den Reißverschluss wegen leichtem Wind wieder ganz hochziehen. Da war ich wieder versöhnt.
Trotz aller Widrigkeiten habe ich tapfer durchgehalten und einen neuen Minirekord aufgestellt: 1 Stunde 17 Minuten war ich unterwegs, wahrscheinlich beflügelt von der strahlenden Wintersonne, dem stahlblauen Himmel, den noch halbwegs verschneiten Feldern und Wiesen und der klaren, trockenen Luft. Fabelhaft!
Bilanz Sonntag, 15.02.2009 (Einheit Nr. 8):
- 11 Minuten Walken zum Aufwärmen
- 63 Minuten Joggen
- 3 Minuten Auslaufen
- durchschnittliche Herzfrequenz: 150
- 15 Minuten Dehnen (artig, artig!)
- und mein Lieblingswert: 701 verbrauchte Kalorien
Da ich etwas später dran und auch länger unterwegs war, konnte ich leider nicht zu der Museumsführung gehen, zu der ich gerne wollte, aber das war es wert. Außerdem: Wer weiß, wozu es gut war? Denn die Ausstellung wurde erst gestern eröffnet, so dass womöglich heute ein Andrang war wie sonst nur am verkaufsoffenen Sonntag im Outletcenter… Alles für den Sport! Morgen abend hole ich dann die verpasste Samstagseinheit nach.
nimrouz said,
Februar 15, 2009 @ 20:43
Ich kann nur den Titel wiederholen: Tapfer! Ich zieh meinen Hut. Hab bei meinem heutigen kleinen Erstspaziergang in Folge der Grippe nach dir Ausschau gehalten. Aber die Strecke war wohl doch eine andere
Zum Thema “Jeder Tag ist nicht gleich” vielleicht noch ein Trostspruch: “Du bist ein Mensch, keine Maschine!” und zur Vorstellung eines linearen Fortschritts findet sich bei Marie Elisabeth Müller “Passagen des Sinns” eine tröstliche Darstellung, und zwar hier (ganz am Ende der Seite 53). Das ist gut zum Entspannen nach dem Körpertraining 
http://books.google.de/books?id=0BqSwXy5sHQC&pg=PA53&lpg=PA53&dq=linearer+Fortschritt&source=bl&ots=RDiA3XtzIJ&sig=S5jWXhubfWzxxM1OUSHMxEzNE2A&hl=de&ei=PWCYSe6fJJSY0AX4ksS5Ag&sa=X&oi=book_result&resnum=1&ct=result#PPA53,M1