Archive for Februar, 2008

Zumwinkelzüge

Politiker jeder Couleur sind sich endlich einmal einig. Steuersünder, allen voran Klaus Zumwinkel, sind des Teufels: unverantwortlich, moralisch verwerflich, allesamt Verbrecher. Und das, wo doch gerade die Topmanager, Stars und sonstige Besserverdiener eine Vorbildfunktion haben sollten! Quel scandale! Solche Leute gehören dieser, unserer wunderbaren Solidargesellschaft verstoßen wie in anderen Ländern die Leprakranken. Vollständig lesen »

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Populärmusik aus Vittula von Mikael Niemi

Da war er, der eine Titel, der aus der bunten Masse zehntausender Cover
herausragte und mich geradezu ansprang. Populärmusik aus Vittula, was für ein
Buchtitel! Es war September, ein schwüler Spätsommer. Die kleine
Provinzleseratte genoss ein paar Tage in Berlin und musste sich schwer zusammenreißen, um im Kulturkaufhaus Dussmann einem hemmungslosen Kaufrausch zu widerstehen. Aber das Buch musste mit - unbedingt. Wenn jemand Populärmusik statt Pop sagt, verdient dieser Jemand gebührende Beachtung. In Schweden war das Buch 2000 erschienen, hat dort sämtliche Verkaufsrekorde gebrochen, Preise gewonnen und ist inzwischen auch verfilmt worden. Als 2002 die deutsche Version herauskam, schwärmte die Brigitte “Das großartigste Buch des Jahres - und auch noch des letzten und des kommenden Jahres dazu” und auch andere Medien lobten den Roman, der eigentlich mehr eine Episodensammlung ist, überschwänglich… Vollständig lesen »

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Viel Spaß im öffentlichen Nahverkehr

“Es ist kurz nach 17 Uhr, die Straßenbahn ist rappelvoll, und der leicht abwesende Gesichtsausdruck der freien Bürger auf der Heimfahrt von ihren sicheren Arbeitsplätzen in ihre behaglichen 60 qm Deutschland vermittelt den Eindruck, daß trotz Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch in der besten aller möglichen Gesellschaftsformen noch Verbesserungen möglich sind.” Soweit Harald Schmidt in seinem Buch “Tränen im Aquarium - Ein Kurzausflug ans Ende des Verstandes”.

Was 1993 schon stimmte, passt auch 2008 noch und ganz besonders morgens, wenn die braven Bürger gerade ihre behaglichen 60 qm verlassen mussten, um zu ihren nicht mehr ganz so sicheren Arbeitsplätzen zu gelangen. Vollständig lesen »

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Von der Muse geküsst

Vor einem Jahr bin ich unter die Singdrosseln gegangen, will sagen: Beflügelt von einem Gespräch mit Freundinnen, in dem es darum ging, was wir alles gerne tun würden, wenn wir uns gerade mal nicht von der Arbeit auffressen lassen, habe ich spontan ins lokale Vhs-Programm geschaut und ebenso spontan Glück gehabt: Es gab einen Kurs “Mut zum Singen” und zufällig war auch gerade Anmeldefrist für das nächste Semester. Kennen Sie das nicht auch? Wenn Sie solche Anfälle haben, ist normalerweise das Semester gerade in vollem Gang und die nächsten Kurse beginnen erst vier Monate später, ja, sie sind noch nicht einmal buchbar. Wenn sie es dann endlich sind, hat man es längst wieder vergessen. Kreativitätsschub gebremst, willkommen zurück in der uninspirierten Wirklichkeit. Doch nicht so Anfang letzten Jahres. Also den ganzen Mut zum Singen zusammengenommen und bis heute dabei geblieben; ersten Auftritt im Chor absolviert und in drei Wochen steige ich zu den Fortgeschrittenen auf.

“Da geht noch einiges!”, dachte ich mir, kühn geworden. Vollständig lesen »

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